Max Scheler und das Recht auf Bildung
,Religion und Metaphysik als Dimensionen der Kultur’ – Tagung der Max-Scheler-Gesellschaft in Trier
Vom 3. bis 6. Juni tagte die Max-Scheler-Gesellschaft (MSG) im Bischöflichen Priesterseminar Trier. Die Vielfalt der Perspektiven auf die Thematik wurde durch die Internationalität der Vortragenden gewährleistet – und durch ein Plenum, in das sich vereinzelt auch privat an der Philosophie Interessierte mischten.

Max Scheler
In Zusammenarbeit mit dem Cusanus Institut Trier und dem Institut für Medien und Kultur Trier ist es der MSG gelungen, in diesem eindrucksvollen Ambiente mit den Vorträgen hiesiger Professoren wie weiterer deutscher und internationaler Gäste die Forschung zu Max Scheler voranzubringen. Aber auch seine Philosophie einem interessierten Publikum darzulegen, das sich aus den Mitgliedern der MSG, interessierten Studenten und Bürgern zusammensetzte.
Die Philosophie Max Schelers gehört einer Denkrichtung an, deren Methode auf einer absoluten, d.h. vor allem unvoreingenommenen Offenheit der Welt gegenüber beruht. Dies ermöglicht ihr eine Beweglichkeit im Denken, die Vorurteile ebenso verhindert wie das unkritische Übernehmen bloßer Meinungen.
Sie fordert damit aber auch gleichzeitig den Einzelnen auf, sich in jener Beweglichkeit mit der ihn umgebenden Welt und sich selbst auseinander zu setzen.
Kultur ist in diesem Sinne kein festgeschriebener Status, sondern befindet sich stets in einem lebendigen Wachstum. In dieser Bewegung ist der Mensch nicht als stiller Beobachter vorhanden. Seine Handlungen, sein Denken und Wünschen sind der Motor jeder kulturellen Entwicklung – im Guten wie im Schlechten. Die Gewährleistung für eine intakte, handlungsfähige Gesellschaft ist demnach die Bildung jedes einzelnen Mitglieds.
Die Sehnsucht nach etwas, was dem Menschen in seinem Leben Halt gibt und die damit verbundene Institutionalisierung des Glaubens waren in Form von Metaphysik und Religion die zentralen Themen der Tagung. Diese beiden Kulturgüter wurden von den Referenten vor dem Hintergrund der Philosophie Max Schelers auf unterschiedliche Weise beleuchtet. Die lebendigen Diskussionen im Anschluss zeugten sowohl von den kontroversen Ansichten als auch von der Bereitschaft, von einander zu lernen.
Lässt sich bei einer Anzahl von sechzehn Vorträgen ein Tenor benennen, der trotzdem die verschiedenen Aussagen in ihrer Eigenständigkeit belässt? Ich denke ja. Die MSG hat in Zeiten des katastrophalen Bildungsnotstands an Schulen und Universitäten einen Akzent gesetzt: Die Vielfalt von Ansichten, die Einladung an alle Interessierten zur kostenlosen Teilnahme an der Tagung, das leitende Thema der Kultur betonen die zentrale Bedeutung der Bildung.
Wer an der Bildung spart, untergräbt die Freiheit der Bürger und damit der Gesellschaft.











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